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Au Pair im Land von Bullerbü und Pippi Langstrumpf - für viele junge Mädchen ist dies nach der Schule ein Traum. Zwar kann Schweden, anders als Frankreich, England oder USA, nicht als ein traditionelles Gastland für Au Pairs aus Deutschland gelten, doch erfreut es sich wachsender Beliebtheit. Und dies mit gutem Grund: Schweden ist ein kinderfreundliches Land, die Lebensqualität und der Sicherheitsstandard liegen sehr hoch. Schwedisch ist zudem eine Sprache, die ein Au Pair aus Deutschland gut innerhalb eines Jahres erlernen kann.
Als Au Pair zu arbeiten, bietet vielen jungen Menschen - in der Praxis meist Mädchen - die Möglichkeit, auf eigene Faust und ohne hohe Kosten ein fremdes Land ein Jahr lang sehr intensiv kennen zu lernen, eine neue Sprache zu lernen oder bereits vorhandene Sprachkenntnisse zu verbessern. Au Pairs leben in Gastfamilien, helfen im Haushalt und kümmern sich um Kinder.
Wer gerne als Au pair nach Schweden kommen möchte, hat in der Regel gute Chancen, eine Familie zu finden. Da die meisten schwedischen Mütter berufstätig sind, gibt es durchaus Bedarf. Neben einer großen Zahl von Agenturen hat auch die Arbeitsvermittlung in Schweden hin und wieder Angebote.
Wer als Au Pair nach Schweden kommen möchte, sollte sich jedoch bewußt sein, dass für Au Pairs in Schweden eine andere Rechtslage gilt als in den meisten anderen europäischen Ländern. Schweden hat das europäische Au Pair-Abkommen, das diese Tätigkeit seit 1969 in der EU regelt, nicht unterzeichnet. In Schweden gelten Au Pairs daher nicht wie fast sonst überall in Europa als eine spezielle Arbeitsgruppe mit eigenen Rechten und steuerlichen Regeln, sondern als reguläre Arbeitnehmer. Schwedische Gastfamilien müssen daher Sozialabgaben entrichten und die Au Pairs ihren Lohn versteuern. Um dies zu umgehen, arbeiten viele Au Pairs in Schweden schwarz.
Die Arbeitserlaubnis für Au Pairs erteilt das Amt für Einwanderung (migrationsverket). Dafür muss ein Au Pair einen Studienplatz in Schweden und ein belegbares Interesse an der schwedischen Sprache nachweisen. Für die Au Pairs im Land ist dann das Amt für das Arbeitsumfeld (arbetsmiljöverket) zuständig, das theoretisch die Aufsicht darüber hat, ob die Regeln des sogenannten Gesetzes zur häuslichen Arbeit (25 Stunden Arbeitszeit, Essen, eigenes Zimmer, mindestens 3.500 Kr. Lohn im Monat) auch befolgt werden. Das Amt wird jedoch nur aktiv, wenn die Gastfamilie oder das Au Pair dies einfordert - in der Praxis also so gut wie nie. In Schweden wird daher seit längerem immer wieder gefordert, den rechtlichen Status der Au Pairs dem europäischen Standard an zu passen, doch ist dies bisher noch nicht erfolgt.
Wer wirklich an Schweden interessiert ist, sollte sich dadurch nicht abschrecken lassen. Wenn es keine Probleme mit der Familie gibt, wird man von der Rechtslage nichts merken. Außerdem gibt es natürlich die Möglichkeit, sich zum Beispiel mit einem schriftlichen Abkommen zwischen Gastfamilie und Au Pair vor unangenehmen Überraschungen zu schützen. Ein Modell für ein solches Abkommen (auch in englisch) bietet die schwedische Arbeitsvermittlung: http://www.arbetsformedlingen.se/admin/Documents/ams/utland/aupair_kontrakt.pdf
Internetseiten mit Informationen und Links für Au Pairs in Schweden:
Die schwedische Botschaft in Berlin: http://www.swedenabroad.com/Page____20020.aspx
Der Aupair-Index: : http://www.au-pair.nu/sverige/
Das europäische Jugendportal: http://europa.eu/youth/working/au_pair/index_eu_sv.html
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