Övrig
Frauenspezifische Medizin

Noch immer ist die medizinische Forschung überwiegend auf den Mann konzentriert, frauenspezifische Besonderheiten finden häufig keine Berücksichtigung. Darüberhinaus werden Frauen mittleren Alters in der medizinischen Versorgung oft benachteiligt und besonders hart von Einschnitten im Gesundheitswesen getroffen. Anliegen des 1,6 Millionen Klubs ist es, die öffentliche Aufmerksamkeit auf dieses Dilemma  zu lenken, für ein verändertes Bewusstsein einzutreten und Druck auf Politiker, Behörden und beschlussfassende Gremien auszuüben. Ursprünglich in Schweden gegründet, gibt es mittlerweile auch einen Schwestern-Klubb in Deutschland: www.1.6miljonerklubben.com/de

Palliativpflege

Ziel der Palliativpflege ist „die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art“. (WHO 2002). Der schwedische Verband für palliative Pflege, Nationella Rådet för Palliativ Vård, ist eine idelle Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, für eine Verbesserung der palliativen Pflege in Schweden zu wirken und die gesellschaftliche und politische Wahrnehmung für diese Thema zu verstärken:  www.nrpv.se  

Realität des schwedischen Gesundheitssystems 

Das schwedische Gesundheitssystem baut zwar nach wie vor auf das Ideal einer Grundversorgung aller. Tatsache ist jedoch, dass das Gesundheitssystem infolge der Reformen der letzten Jahre in der Praxis großem ökonomischen Druck ausgesetzt ist. Daraus resultieren u.a. Personalkürzungen und damit zusammenhängende Wartelisten für bestimmte ärztliche Leistungen oder Behandlungen, die sich in der Regel auf das akut Notwendige beschränken.

Kurzer Vergleich Deutschland - Schweden

Obwohl auch in Deutschland der Reformprozess im Gesundheitswesen in Gang ist, hat man dort im Vergleich zu Schweden allgemein immer noch schnelleren und umfassenderen Zugang zu Ärzten, v.a. was Spezialisten und weiterführende Behandlungen betrifft.

Verblüffend ist vor diesem Hintergrund allerdings, dass die Pro-Kopf-Dichte an Ärzten in Schweden fast der in Deutschland gleicht (Schweden: 3,3 Ärzte pro 1000 Einwohner; Deutschland: 3,4 Ärzte pro 1000 Einwohner). Augenfälliger wird der Unterschied jedoch schon bei der Ausstattung mit Notfallbetten in Krankenhäusern. Diese ist im Vergleich zu Deutschland bedeutend geringer (Schweden: 2,4 Betten pro 1000 Einwohner; Deutschland: 6,6 Betten pro 1000 Einwohner). Die genannten Statistiken sagen jedoch nichts über die allgemeine Qualität der ärztlichen Behandlung aus. Diese kann in Deutschland, wie in Schweden, sehr unterschiedlich sein!

Als positive Fußnote muss an dieser Stelle angefügt werden, dass Schweden weltweit eine der geringsten Kindersterblichkeitsraten hat (3,1 Todgeburten auf 1000 Lebendgeburten). Auch die durchschnittliche Lebenserwartung der Schweden liegt mit 80,2 Jahren immerhin rund 2 Jahre höher als in Deutschland mit durchschnittlich 78,4 Jahren (Quelle: OECD-Gesundheitsdaten 2005)!

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 04. Oktober 2009 um 18:37 Uhr
 


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