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Sprachkenntnisse
Die meisten Schweden sprechen und verstehen sehr gut Englisch und ein Teil sogar Deutsch, das früher als erste Fremdsprache in den Schulen zum Pflichtprogramm gehörte. Heute ist Deutsch jedoch zugunsten von Französisch oder Spanisch eher rückläufig. Bei der Arbeitssuche hier sind gute Schwedischkenntnisse nicht nur zu empfehlen, sondern Voraussetzung. Man sollte zumindest nachweisen können, dass man parallel zur Arbeitssuche einer Sprachausbildung nachgeht. Denn in fast jeder Berufssparte werden schwedische und/ oder englische Sprachkenntnisse verlangt. Nicht zuletzt erleichtert es auch dem Arbeitssuchenden selbst die Suche nach einer adäquaten Beschäftigung (viele Seiten nur auf Schwedisch)!
Anerkennung der deutschen Berufs-/Hochschul-Ausbildung
Da die Berufsausbildungen und Studiengänge in Schweden einem völlig anderen System unterliegen als dem deutschen, sollte man so schnell wie möglich seine Abschlusszeugnisse durch die entsprechenden schwedischen Behörden anerkennen lassen. Dieses kann man bereits im Vorfeld, noch von Deutschland aus, beantragen, da die Prüfung und Bewertung der Unterlagen durch die schwedischen Behörden nicht selten mehrere Wochen dauert. Nähere Informationen hierzu erhält man in der Broschüre "Att få din utbildning bedömd", ausgegeben vom Amt für Integration, welches Ende Juni 2007 geschlossen wurde. Die Broschüre kann man sich allerdings bis auf weiteres bei der Online-Bibliothek unter http://www.mkc.botkyrka.se (Bibliotek: Integrationsverkets Publikationer) herunterladen.
Bei allgemeinen Hochschulausbildungen ist das Amt für Hochschulen (= högskoleverket) zuständig: http://www.hsv.se/
Bei Ausbildungen und Abschlüssen im medizinischen Bereich wendet man sich an Socialstyrelsen http://www.socialstyrelsen.se
Bewerbung
Wenn es um Bewerbungen geht, hat jedes Land so seine Feinheiten. Dies ist auch in Schweden nicht anders und es lohnt sich, sich vorab ein wenig mit den Gepflogenheiten vertraut zu machen. Ein großer Unterschied zu Deutschland ist, dass in Schweden sehr viel über das Internet kommuniziert wird. So wird auch oftmals eine Bewerbung per E-Mail ausdrücklich erwünscht. Daher sollte man die Stellenanzeige immer ganz genau lesen!
Das Wichtigste an der Bewerbung ist das Bewerbungsschreiben! Dieses sollte mit schlichten, knappen, aber präzisen Formulierungen geschrieben sein. Das Anschreiben sollte, falls die Schwedischkenntnisse noch nicht ausreichen, auf Englisch erfolgen und mit dem Vor- und Zunamen unterschrieben sein. Man nennt den Berufstitel (nicht den akademische Grad). In Schweden stellt man sich auch mündlich mit dem Vor- und Zunamen vor, wendet aber den akademischen Titel weder bei der schriftlichen noch mündlichen Anrede an. Daran sollte man denken, sonst wird man eher belächelt als mit Respekt betrachtet. Des Weiteren sollte nicht jeder zweiwöchige Sprachkurs besonders hervorgehoben, sondern eher auf Freizeitinteressen hingewiesen werden. Hobbys sowie Informationen über die Familie, Organisation des Alltags und die Ausübung gemeinsamer Interessen in der Familie werden eher zur Eignungsprüfung herangezogen als die detaillierte Schilderung der beruflichen Karriere. Man bevorzugt eine knappe und präzise Ausdrucksweise, während übertriebene Ausführlichkeit als Ausdruck von Umständlichkeit eingestuft wird.
Häufig wird ausdrücklich ein Lebenslauf verlangt. Dieser sollte, sofern nicht auf Schwedisch, zumindest auf Englisch verfasst sein. Hierbei ist die tabellarische Form völlig ausreichend! Aufgepasst: kein Bild!!! Es ist in Schweden völlig unüblich, ein Bild bei einer Bewerbung mitzuschicken oder extra für den Lebenslauf einzuscannen.
Zeugnisse und Ausbildungsnachweise werden beim ersten Bewerbungskontakt niemals (außer auf ausdrückliches Verlangen) mitgeschickt!
Gerne gesehen und fast ein Muss ist die Angabe von Referenzen (bevorzugt vorhergehende Arbeitgeber, aber auch Sprachlehrer und im Notfall Bekannte). Nicht selten wird von dieser Kontaktangabe Gebrauch gemacht, selbst über Ländergrenzen hinweg (daher: Gesprächspartner auf die mögliche Auskunftsanfrage hinweisen!).
Etwas gewöhnungsbedürftig, aber doch sehr üblich, ist es auch, den Arbeitgeber (die angegebene Kontaktperson in der Stellenausschreibung) anzurufen. Dieser Anruf kann entweder vor dem Versenden der eigenen Bewerbungsunterlagen geschehen (Interesse bekunden, etwaige weitere Fragen zu der Stellenausschreibung stellen, ...) oder 1 bis 2 Wochen nach Versenden der Bewerbungsunterlagen (freundlich nachfragen, wie der Stand der Dinge ist!). Auch wenn es Überwindung kostet, ist besonders ein Anruf nach Versendung der Bewerbung anzuraten, da man danach weiß, wie die Chancen für einen stehen und man nicht vergeblich auf eine Antwort wartet. Frustrierend, aber leider häufig der Fall ist nämlich, dass man kein Zeichen seitens der Arbeitgeber erhält (Eingangsbestätigungen oder Absagen herauszuschicken ist nicht überall gebräuchlich!).
Interviews werden im Allgemeinen in einem weitaus lockereren Stil als in Deutschland abgehalten! Es wird versucht, eine möglichst angenehme Atmosphäre zu schaffen und den Bewerber/die Bewerberin als Person kennenzulernen, anstatt eine Prüfung abzuhalten. Wird man zu einem Anstellungsgespräch eingeladen, sollte man daran denken, dass forsches, betont zielstrebiges oder gar aufdringliches Vorgehen bei den Schweden überhaupt nicht ankommt. Die Schweden pflegen ihre Worte abzuwägen und anderen nicht ins Wort zu fallen. Gesprächskontroversen sollte man nach Möglichkeit vermeiden, insbesondere aber bei einem Anstellungsinterview. Wortreiche Überredungsversuche, große Gesten und eine selbstgefällige Attitüde oder werbemäßige Übertreibungen erzeugen eher eine schwer überwindbare Skepsis. Ebenso ist Schweden lautes und heftiges Sprechen wesensfremd. Gut vorbereitet ist man, wenn man über die Firma informiert ist und selbst Fragen stellt.
Auch in Schweden sind bei der Arbeitssuche die richtigen Kontakte von Bedeutung! Daher lohnt es sich immer kontaktfreudig zu sein und ruhig auch offen über seine Arbeitssuche zu sprechen.
Die Offensive der Blindbewerbungen hat schon häufig zum Ziel geführt. So kann auch eine Anfrage für ein Praktikum zur Verbesserung der eigenen schwedischen Sprachkenntnisse der Schlüssel für eine Anstellung sein!
Was man wissen sollte, wenn man den gesuchten Job bekommen hat:
Auffallend sind eine ausgesprochene Höflichkeit und ein Hang zum "Understatement" der Schweden.
In schwedischen Firmen hat eine Teamwork-Organisation die Hierarchiestruktur längst ersetzt. Es herrscht ein demokratischer und kollegialer Umgangsstil. Jedem einzelnen Mitarbeiter wird ein hohes Maß an Eigenständigkeit, Verantwortung sowie ein großer Planungs- und Handlungsspielraum zugesichert. Der ungezwungene Umgangsstil ist auch daran erkennbar, dass sich die Mitarbeiter auf allen Ebenen grundsätzlich mit Vornamen und „Du" anreden.
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